„Der Wille zum Schönen. Heinrich Vogeler – Idealist und politischer Analphabet“
Worpswede, ein Dorf im Teufelsmoor. Am Ende der Welt. Die Zeit flirrt von der unbändigen Lust mit ausgebreiteten Armen die Zeiten malend zu begreifen. Und badet doch schon im eigenen Schatten. Atmet unbemerkt weißen Schierling, den die junge Malerin Paula im Sommer 19o1 ahnungslos pflückt. Auf dem Weyerberg über dem regen Treiben um Heinrich Vogeler, den Alfons Mucha der Deutschen, Mittelpunkt der Worpsweder Künstlerkolonie und als Maler, Grafiker, Designer und Architekt eine der Lichtgestalten des Jugendstils.Weiterlesen
Worpswede, ein Dorf im Teufelsmoor. Am Ende der Welt. Die Zeit flirrt von der unbändigen Lust mit ausgebreiteten Armen die Zeiten malend zu begreifen. Und badet doch schon im eigenen Schatten. Atmet unbemerkt weißen Schierling, den die junge Malerin Paula im Sommer 19o1 ahnungslos pflückt. Auf dem Weyerberg über dem regen Treiben um Heinrich Vogeler, den Alfons Mucha der Deutschen, Mittelpunkt der Worpsweder Künstlerkolonie und als Maler, Grafiker, Designer und Architekt eine der Lichtgestalten des Jugendstils. Vogeler – der große naive Tolstojaner (Gustav Regler), der 1872 als Spross des Bremer Bürgertums ins Leben kommt, sich vom Jugendstil über den Expressionismus bis zum Futurismus malt, der Soldat im 1. Weltkrieg wird, als Pazifist im Irrenhaus landet und als Sozialist in Moskau und der 1942 mit 69 Jahren verarmt, entkräftet, krank und hungrig als Zwangsdeportierter in Kasachstan stirbt.
Wie versteht man dieses unfassliche Leben mit seiner famos verträumten Kunst, seiner Entschlossenheit, seinen Suchbewegungen und gewaltigen Brüchen, seinen Idealen, seinem Mut zum Wandel und seinem Scheitern? Und was hat es mit uns zu tun? Was würden wir aufgeben? Und wofür? Wohin wollen wir aufbrechen? Und wofür stehen wir in diesen Zeiten ein, die doch unsere sind?
Nach ihrem eindrücklichen Hörstück „Friedrich Nietzsche – Die Welt als Irrtum“ haben sich der Schauspieler Friedhelm Ptok (Foto) und der Kriminologie-Professor Marschel Schöne auf eine weitere Entdeckungsreise begeben. Und dafür den staatenlosen transmedialen Künstler Markus Sulzbacher mit ins Boot geholt. Die Drei geben in einer lebendigen Lesung Einblicke in ihre aktuelle Produktion. Der charismatische 91-jährige Friedhelm Ptok, vielen als charakteristische Star Wars Synchronstimme bekannt, spricht dabei Heinrich Vogeler so eindrücklich, dass man fast körperlich mit auf die Reise durch den Kosmos der Gedanken und Wege dieses wundersamen Künstlers geht. Freuen Sie sich auf Hörstückfragmente, spannende Hintergrundstorys, live performances und einen kasachischen Wind, der durchs Publikum weht.
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